Fairplay bei der Bewerbung
„Herrje, kann der sich das denn nicht vorher überlegen!“ Solch ein verärgerter Ruf schallt immer wieder durch unsere Büros. Grund sind Bewerber, die plötzlich im allerletzten Moment zurückziehen, weil sie kalte Füße bekommen oder ein anderes Angebot. Natürlich Selbstverständlich ist gegen eine Absage eigentlich an sich überhaupt nichts einzuwenden – gerade deshalb kann man ruhig sagen, daß man auch noch mit anderen im Gespräch ist.
In den wenigsten Fällen wissen Bewerber wirklich erst nach der Zusage des neuen Arbeitgebers, dass sie es mit ihm doch nicht ernst meinen. Vielleicht haben sie sich nur beworben, um ihre Verhandlungsposition bei einem anderen Unternehmen zu festigen oder eine Gehaltserhöhung durchzusetzen. Was immer die Gründe sein mögen: Wer so agiert, verhält sich zumindest so lange unfair, wie er uns darüber im Unklaren läßt.
Jede Bewerbung setzt eine Kette von Aktionen in Gang. Viele Menschen beschäftigen sich ausführlich mit dem Bewerber. Es gibt Termine und Gespräche. Das kostet viel Zeit und letztlich Geld. Alle Beteiligten sollten sich deshalb darauf verlassen können, dass dieser aufwendige Prozess zügig und transparent geführt und nicht aus persönlichem Egoismus unnötig verzögert wird.
Daher gilt: Wer aus welchen Gründen auch immer nicht ernsthaft an einer Stelle interessiert ist oder bereits mit anderen Anbietern in Verhandlungen steht, sollte uns dies unverzüglich mitteilen. Ansonsten schadet er nicht nur anderen Bewerbern, die seinetwegen vielleicht eine frühzeitige Absage bekommen, sondern untergräbt auch seine eigene Reputation. Deshalb stehen wir für “Vertrauen gegen Vertrauen” und machen damit eigentlich gute Erfahrungen.
Bewerber, die unsicher sind, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollen, beraten wir gerne. Wichtig ist dabei ein Spiel mit offenen Karten – und zwar von Anfang an. Nur wenn die Beweggründe bekannt sind, lässt sich gemeinsam der individuell beste Weg finden.
6 Kommentare
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Von Claus, 30. August 2010 @ 21:58
Tja, da hat dann doch wohl eher der Vermittler versagt, weil er vermutlich das “Kleingedruckte” nicht erwähnt hat. Das kommt dann halt meistens erst mit dem Arbeitsvertrag ans Tageslicht.
“Nein danke” zu sagen, egal zu welchem Zeitpunkt in einem Auswahlverfahren, hat rein gar nichts mit unfairem Verhalten zu tun. Gute Recruiter wissen das schon lange….
Von Redaktion, 31. August 2010 @ 11:12
Naja, Verträge zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden ja nicht vom Vermittler unterschrieben. Daß “Kleingedrucktes” da zu einer Absage führen kann, ist deshalb vollkommen klar und nichts Besonderes.
Aber das ist nicht unser Thema: Uns gehts um neunmalkluge Glasperlenspiele, die im Zweifel niemanden weiterbringen. Gute Bewerber wissen das übrigens schon lange…
Von josef, 13. September 2010 @ 18:12
Nun das man sich nicht nur auf eine Stelle bewirbt sollte doch auch zur Normalität gehören.
Das sich der Bewerber dann auf die für ihn am besten passende Stelle, sei es auf Grund der rein finanziellen Beweggründe oder auf die angebotene Arbeit entscheidet sollte für Recruiter auch nicht Überraschend sein.
Von Redaktion, 14. September 2010 @ 11:02
“…sollte für Recruiter auch nicht Überraschend sein.” – Genau das ist der Punkt, exakt deshalb wünschen wir uns besagte Offenheit, vollkommen richtig! Es geht uns schließlich nur darum, informiert zu sein, das ist alles.
Von Stephan, 16. September 2010 @ 15:49
es gibt dafür eine Fachbegriff, man nennt das “Das Sekretärinnen Problem”…
Und ich muss sagen, auch hier verhält es sich wie überall im Leben. So wie man in den Wald ruft,…
Sooo viele Arbeitgeber melden sich ewig nicht und lassen sich unheimlich viel Zeit um auf Bewerbungen zu reagieren und sagen einem auch gerne mal 5 vor 12 ab. Das sich wiederum die Arbeitgeber nicht über das gleiche Verhalten der AN wundern müssen ist also klar. Wenn Sie hier eine Ausnahme sind, finde ich das sehr löblich, die ganze Branche ist es aber genau gar nicht!
Von Redaktion, 16. September 2010 @ 16:06
Es stimmt, daß es einige Arbeitgeber gibt, bei denen die Prozesse im Recruiting unverständlich und unangemessen lang dauern. Übrigens auch zu unserem Leidwesen. Da wundert man sich dann schon mal, was so unter “dringend” verstanden wird…
Wir haben aber einen klaren Leistungsanspruch: Wir wollen eine dieser positiven Ausnahmen sein und lassen uns jederzeit gern daran messen, ob unsere proaktiven und schnellen Rückmeldungen diesen Anspruch auch rechtfertigen